Superfood - was steckt dahinter?

Erdbeer-Schoggi-News 1/2024

Superfood

Immer mehr wird zwischen guten und schlechten Lebensmitteln unterschieden und sogenannte Superfoods angepriesen, die eine Heilwirkung haben sollen, obwohl wir diese nicht in Arzneimitteldosierungen zu uns nehmen.

Demgegenüber geraten «normale» alltägliche Lebensmittel wie z. B. Äpfel oder Kartoffeln immer mehr in den Hintergrund, oder es werden Lebensmittel wie z. B. Weizen oder Milch als schlecht taxiert. Aber was hat es mit den Superfoods auf sich? Superfoods sind meist pflanzliche Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen aufweisen. Diesbezüglich ist es ja wunderbar, dass wir in der Schweiz die Möglichkeit haben, Chia, Goji, Aronie & Co. in vielen Supermärkten kaufen zu können.

Leider gibt es aber keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise dafür, dass diese Lebensmittel auf die Gesundheit eine positivere Wirkung zeigen, als dies auch bei Samen, Beeren, Nüssen, die uns schon lange bekannt sind, der Fall ist. Es scheint also nahezuliegen, dass die Lebensmittelindustrie den Begriff «Superfood» nutzt, um ihren Produkten ein exklusives Image zu geben und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Anbietern zu haben, die einfach «nur» Früchte, Gemüse & Co. verkaufen, obwohl diese ebenfalls als nährstoffreiche Lebensmittel gelten, die besonders förderlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden wirken.

Welche Lebensmittel sind also geeignet?

Vergleicht man «Superfoods» mit bereits bekannten gesundheitsunterstützenden Lebensmitteln fällt auf, dass in den allermeisten mehrere Nährstoffe drin sind, die unser Körper benötigt, um optimal versorgt zu sein. Sie haben z. B. einen hohen Mineralstoff- und Vitamin-Gehalt, sind sehr ballaststoff- und/oder eiweissreich, zeigen ein sehr gutes Fettsäure-Muster und/oder bieten sehr viele essentielle Aminosäuren. In diesem Zusammenhang ist es aber wichtig zu beachten, welche Menge wir von einem Lebensmittel überhaupt zu uns nehmen. Verglichen werden nämlich oftmals die Inhaltsstoffe in 100 g eines Lebensmittels. Diese Menge an Samen oder Trockenbeeren essen wir allerdings selten pro Tag. Wenn wir z. B. ein bis zwei Teelöffel Chiasamen in unser Müesli geben, sind dies in etwa 5 – 15 g. Dadurch relativieren sich die hohen Nährstoffwerte, die beworben werden. Zu frühes Ernten, starkes Verarbeiten, lange Transportwege und wochenlanges Lagern können ebenfalls einen weiteren Einfluss auf die Qualität der «Superfood»-Lebensmittel haben, da diese oftmals aus entfernten Anbaugebieten kommen.

Heimische Lebensmittel können also durchaus auch Superlebensmittel sein, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Chiasamen

Leinsamen

Gojibeere

Schwarze Johannisbeere

Acaibeere

Heidelbeere

Quinoa

Hirse

Avocado

Walnuss

In jedem Fall ist es sinnvoll, viele qualitativ hochwertige Produkte in die tägliche Ernährung einzubauen. Je frischer und naturbelassener umso besser. Und noch eines: Abwechslungsreich ist die oberste Devise.

In diesem Sinne eine super abwechslungsreiche Food-Zeit!

Quellen:
Ernährungsumschau, Sonderheft 2018
https://www.bvl.bund.de/